FKK im Beutel

FKK im Beutel – Obst und Gemüse ist in Supermärkten und Discountern oft in Plastik verpackt. Auch der einfache Handgriff zur Plastiktüte, um loses Obst und Gemüse geschwind handlich zu verpacken, ist irgendwie Routine. Und zu Hause landet die Verpackung dann einfach im Mülleimer. Geht das nicht auch irgendwie anders?

Das Plastik nicht gut für unsere Umwelt ist, ist mittlerweile bekannt. Vor allem für unsere Meeresumwelt ist Plastik eine der größten Bedrohungen. Rund 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastik landen laut Meeresforschern jedes Jahr in den Weltmeeren[1]. Wir bauen riesige Maschinen, um das Plastik wieder aus den Meeren herauszuholen. Könnte man nicht vielleicht dafür sorgen, dass es gar nicht erst dort hingelangt? Folgend wollen wir euch zeigen, wie ihr bei eurem Einkauf leicht Plastik vermeiden könnt.

 

Plastik frei einkaufen

Im Supermarkt bewusst nach unverpacktem Obst- und Gemüse Ausschau halten, ist da wahrscheinlich der erste Schritt. Und ja, leider ist das Bio-Obst und -Gemüse häufig in Plastik verpackt. Das hängt oftmals nur daran, eine Fläche zu haben, auf der man das Obst und Gemüse als „Bio“ kennzeichnen kann. In diesem Fall muss jede:r für sich entscheiden, ob man Bio über Plastik, oder Plastik über Bio stellt. Wenn es allerdings um den einfachen Handgriff zur Plastiktüte zum Verpacken von losem Gemüse geht, bieten viele Supermärkte schon kleine Mehrwegbeutel an, die man einmal kauft und ein Leben lang benutzen kann. Auch tut es der olle Jutebeutel, den der ein oder die andere sicher zu Hause liegen hat. Am besten steckt man so einen in jeden Rucksack, um sicher zu gehen, immer einen dabei zu haben.

 

Markt und Obst-/Gemüsekiste

Um dem Dilemma: „Entscheide ich mich für Bio oder Plastik?“ zu entgehen, hilft der Besuch vom Markt am Samstag oder das Abonnement einer Obst- und Gemüsekiste aus der Region. Mit ein bisschen Übung und Ausdauer findet sich bei jedem Markt ein Stand, an dem die Preise mit denen im Supermarkt zu vergleichen sind! Aus dem Gang zum Markt am Samstag lässt sich ganz schnell eine Tradition mit Familie und Freunden etablieren. So macht das Einkaufen auch wieder Spaß! Auch die Omi freut sich über einen gemeinsamen Gang zum Markt! ;)

Und nochmal zu dieser Obst- und Gemüsekiste. Viele Bauern oder Vereinigungen packen bunte Kisten ihrer Ernte und liefern diese in der Region bis vor die Haustüre. So bleibt das Essen saisonal und regional. Mehr „öko“ geht kaum!

 

Unverpacktladen

Es gibt sie immer öfter: Unverpacktläden! Hier liegt der Fokus nicht mehr auf Obst und Gemüse, sondern auf den trockenen Lebensmitteln wie Nudeln, Reis, Linsen, Haferflocken und Co. Auch hier kann jede Menge Plastik gespart werden. Das Konzept ist einfach: Man bringt sich seine eigenen Behälter (Tupperdosen, Einmachgläser, Beutel, …) mit und füllt sich je nach Bedarf die gewünschte Menge ab. Auch Seifen und Putzmittel sind hier oft mit im Sortiment. So viel Spaß hat das Einkaufen lange nicht gemacht. Eine Übersichtskarte, auf der auch du deinen Unverpacktladen deines Vertrauens finden kannst findest du HIER.

 

Solidarische Landwirtschaft

Kurz vor Schluss möchten wir euch noch kurz die solidarische Landwirtschaft vorstellen. Bei diesem Konzept kommt es, ähnlich wie bei der Obst- und Gemüsekiste, gar nicht erst zu Plastikverpackungen, da die Lebensmittel direkt vom Hof kommen. Die solidarische Landwirtschaft ist ein Konzept, bei dem nicht die einzelnen Lebensmittel, sondern die Landwirtschaft finanziert wird. Mehrere private Haushalte tragen die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebes, wofür sie im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten. Es entsteht ein persönlicher Bezug zwischen Erzeuger:innen und Verbaucher:innen. Auch bei der Arbeit auf dem Feld kann hier gerne mal Hand angelegt werden! Ein sehr wertvolles Konzept, worüber ihr HIER mehr erfahren könnt.

 

Links zum Weiterlesen

https://utopia.de/tag/plastikfrei/

https://www.solidarische-landwirtschaft.org/

https://wastelandrebel.com/de/liste-unverpackt-laeden/

 

 

 

 


[1] http://science.sciencemag.org/content/347/6223/768

Ein besonderer Dank geht an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, das Bundesamt für Naturschutz und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt für einen wunderbaren Jugendkongress und die Förderung dieses Projektes.
Ein herzlicher Dank geht auch an Ann-Kathrin Vögele für die Konzeptionierung der beiden Plakate!